Die meisten Kinder lernen erst im Alter von etwa fünf Jahren schwimmen. Laut der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) ist jedes zweite Kind unter zehn Jahren ein unsicherer Schwimmer. Diese Kinder sind auf Hilfsmittel angewiesen. Aber Vorsicht, manche Schwimmhilfen für Kleinkinder sind sogar gefährlich
Schwimmhilfen (Lernhilfen) werden in drei Klassen eingeteilt:
KLASSE A: Schwimmsitze und Schwimmtrainer (Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre, Kinder, die nicht schwimmen können).
Experten warnen vor Schwimmsitzen und Schwimmringen für Kleinkinder. Bei einem Sicherheitstest sind einige der Testpuppen aus den Sitzen gerutscht oder sofort im Wasser gekentert.
Wenn Du eine solche Schwimmhilfe für Dein Kind verwendest, musst du die ganze Zeit direkten Körperkontakt mit Deinem Kind halten.
KLASSE B: Schwimmwesten, Schwimmscheiben, Schwimmgürtel, Rettungswesten oder Schwimmanzüge (Kinder unter 4 Jahren).
Sie sind am Körper befestigt, schränken die Bewegungsfreiheit ein und sind daher nicht ideal zum Schwimmenlernen. Ausserdem setzen sie voraus, dass das Kind schwimmen kann, sind also für Kinder, die noch nicht schwimmen können, nicht geeignet.
Solche Schwimmhilfen sollten nur im flachen Wasser unter Aufsicht von Erwachsenen verwendet werden.
KLASSE C: Schwimmbretter, Schwimmnudeln (aktive Schwimmer ab 4 Jahren).
Sie unterstützen das Schwimmen und sind im Schwimmunterricht beliebt, um die Schwimmtechnik zu verbessern.
Aber Vorsicht! Aufblasbare Spielzeuge und Ringe sind KEINE Schwimmhilfen!
Auch wenn dein Kind eine Schwimmhilfe trägt,
Verlasse Dich NICHT auf die Sicherheit einer Schwimmhilfe und beaufsichtige Dein Kind IMMER: Luftkammern können defekt sein und deshalb nicht mehr funktionieren.
Denk daran, dass durch Schwimmhilfen, die nicht richtig sitzen oder das Gewicht Deines Kindes nicht tragen, Dein Kind kopfüber ins Wasser kippen kann!
Beobachte Dein Kind, wenn es in einem Gummireifen oder Ähnlichem sitzt, denn es kann abtreiben.
Grundsätzlich solltest du nie mehr als eine Armlänge entfernt von deinem Kind sein, wenn es sich in der Nähe von oder im Wasser aufhält. So nah, das du sofort eingreifen kannst, falls etwas passiert. Bis zu welchem Alter dieser Tip gilt? Ich empfehle bis mindestens vier Jahre, vielleicht sogar bis fünf. Das hängt unter Anderem von der Situation und von den Schwimmfähigkeiten deines Kindes ab.
KAUFTIPPS FÜR SCHWIMMHILFEN
Nimm Dir Zeit beim Kauf von Schwimmhilfen:
Spare nicht an der Sicherheit, sondern kaufe die sicherere Variante, auch wenn sie deutlich teurer ist.
Fährst du in den Urlaub? Plane im Voraus und kauf ein getestetes Produkt, BEVOR es losgeht.
Sei vorsichtig beim Kauf von Schwimmhilfen im Internet: Es gibt zu viele, zu günstige, aber höchst fragwürdige Hilfsmittel.
Lies dir vor dem Kauf die Gebrauchsanweisungen und Warnhinweise sowie die Produktinformationen auf der Verpackung durch.
In Tests fallen viele Schwimmhilfen durch, achte also auf die Kennzeichnung:
- CE-Zeichen (Produkt entspricht den Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltnormen der EU)
- GS-Gütesiegel (prüft auf Verunreinigungen in Schwimmhilfen)
- Europäische Norm EN 13138-1: 2008 (prüft die Mindestauftriebskraft und wie schnell die Luft aus dem Ventil entweichen kann, wenn ein Stopfen versehentlich geöffnet wird)
- Achte darauf, dass die Schwimmhilfe für das Gewicht und die Grösse Deines Kindes geeignet ist. Idealerweise nimmst Du Dein Kind mit und probierst die Schwimmhilfe im Geschäft aus.
Schwimmhilfen sollten nicht wie Spielzeug aussehen. Das lenkt von ihrer eigentlichen Funktion ab und vermittelt einen falschen Eindruck. - Wähle beim Kauf von Schwimmflügeln ein Produkt mit mindestens zwei getrennten Luftkammern mit Rückschlagventilen oder sogenannten Schwimmscheiben aus Schaumstoff.
- Rettungswesten versetzen die Person im Notfall in eine „bewusstlose“ Position. Das bedeutet, dass die Schwimmweste Dein Kind auch dann sicher über Wasser hält, wenn es sich plötzlich nicht mehr bewegen kann.
Übrigens: Aufblasbare Gummispielzeuge gelten nicht als Schwimmhilfen, da sie nicht den notwendigen Sicherheitsvorschriften entsprechen!
Und auch wenn Dein Kind eine Schwimmhilfe trägt, lass es NIEMALS unbeaufsichtigt (siehe Tip oben).

